Markt Nordhalben Leben & Arbeiten in perfekter Natur!

Grußwort des Ersten Bürgermeisters

24.06.2021 : Liebe Heinersberger und Nordhalbener Bürgerinnen und Bürger,

Den Blick neu justieren - Grünflächen als Lebensräume annehmen!

Spielplatz - wird gemäht, Fußballplatz - wird gemäht, für die Verkehrssicherheit - wird gemäht. Und das ist auch gut so! Aber ist es auch gut Flächen ohne solche Funktion häufig zu mähen?

Viele Jahrzehnte waren penibel gepflegte Grünflächen die Visitenkarte einer Kommune. Getreu dem Motto „es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck“ wurden alle Ecken oft gemäht - für das Auge „schön“. Ebenso lange hat kaum jemand gefragt, ob diese Flächen nicht auch andere Funktionen übernehmen könnten oder müssen. Der Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019 kam nicht ohne Ankündigung. Der deutliche Rückgang der Insekten und damit weiterer Tierarten war schon lange festzustellen. Es ist auch nicht das Volksbegehren, das nun der Grund für einen neuen Blick auf Grünflächen sein sollte, sondern die Erkenntnis, dass viele Arten nicht ohne Insekten leben können - unter anderem wir Menschen. Ohne Bestäubung gibt es zum Beispiel kein Obst und kein Gemüse.

In unser aller Interesse brauchen wir ein neues „schön“. Um Insekten zu schützen, müssen wir unsere Grünflächen durch die Augen der Insekten sehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein allseits bekannter Schmetterling - das Tagpfauenauge. Die Raupe des Pfauenauges frisst nämlich ausschließlich Brennnesseln. „Brennnessel? Nicht dein Ernst?“ könnten Sie fragen. „Doch, wir brauchen Brennnesseln“ würde der Schmetterling antworten.

Ohne späte Mahd, ohne „wilde Ecken“ und ohne Altgras im Winter wird ein Insektenschutz nicht gelingen. Und deswegen möchte ich Sie bitten, lassen Sie uns alle unseren Blick neu justieren.

Die Kommune Nordhalben wird ihre Flächen natürlich mähen, aber später. Wir werden Gras auch mal an ausgewählten Stellen stehen lassen. Wir brauchen die Insekten, aber sie brauchen auch uns! Dieses Umdenken und der neue Blick brauchen selbstverständlich Zeit, nachdem wir es lange Zeit anders gewohnt waren. Ich wünsche uns Geduld und danke für Ihr Verständnis. Es wird sich lohnen!

Ihr


Michael Pöhnlein                            Michael Büttner
Erster Bürgermeister             Biodiversitätsbeauftragter